Ämter

Was machen Sie eigentlich?

Eine Frage, die leicht zu beantworten ist: viel lesen, recherchieren, mit Bürgerinnen und Bürgern und Fachleuten reden, Veranstaltungen besuchen, an Gemeinderats- und Kreistagssitzungen teilnehmen, Pressemitteilungen schreiben, im ganzen Landkreis unterwegs sein, Reden halten, Sitzungen vorbereiten, an Veranstaltungen der BayernSPD bayernweit teilnehmen, Parteitage vorbereiten und noch so manches mehr.

Als gelernte Redakteurin moderiere ich auch immer wieder Veranstaltungen jeder Art. Dafür kann man mich buchen.

Und dann gehe ich auch noch arbeiten, so wie jeder andere auch. Ich habe allerdings das Glück, mir meine Arbeit ziemlich frei einteilen zu können, so kann ich meinen Beruf und meine politische Tätigkeit gut verbinden. Das hat allerdings auch zur Folge, dass ich an Abenden nicht nur politisch unterwegs bin, sondern auch in meinem Büro zu Hause arbeite. Da brennt dann oft bis weit nach Mitternacht das Licht. Über Langeweile kann ich jedenfalls nicht klagen. Die verschiedenen Ämter sind interessant und vielseitig, ich lerne immer wieder etwas dazu.

  • Im SPD-Unterbezirk Augsburg-Land und in der SchwabenSPD bin ich stellvertretende Vorsitzende. Weil die Mitglieder des Vorstandes meist schon mehrere politische Ämter haben, ist es oft gar nicht so einfach, terminlich alle an einen Tisch zu bekommen. Deshalb trifft sich der UB-Vorsitzende mit seinen Stellvertretern gerne auch mal am Sonntagvormittag. Der Besuch von Firmen und Institutionen, von Bürgermeistern, von Ortsvereinen – all das gehört zur Arbeit. Themen, die im Landkreis und in Schwaben wichtig sind, werden medial begleitet. Die Betreuung der Ortsvereine und Unterbezirke ist ein großes Anliegen. Das ist eine ehrenamtliche Aufgabe, die wenig Außenwirkung hat, aber für die parteiinterne Arbeit sehr wichtig ist. Unser Leitantrag „Schwaben 2025 – Schwabens starke Seiten!“ ist die Richtschnur für Schwaben, die unser Handeln in den nächsten zehn Jahren bestimmen wird. Diesen Antrag haben die Mitglieder des Schwaben-Vorstandes mit Abgeordneten aus Bund und Land gemeinsam erarbeitet.Fast alle Vorstandsmitglieder des SPD-Unterbezirks Ausgburg-Land.
  • In der Marktgemeinde Dinkelscherben bin ich Dritte Bürgermeisterin. Jeden Dienstag um 20 Uhr beginnen die Sitzungen des Gemeinderates und der Ausschüsse. Ich bin so gut wie immer dabei. Eine gute Vorbereitung ist dafür unerlässlich. Man muss sich in allen möglichen Bereichen auskennen oder wissen, wen man fragen kann: Abwasserbeseitigung, Kinderbetreuung, Flächennutzungsplan, Haushalt, Jagdvergaben, Gewässerentwicklungsplan, Gemeindeordnung und noch vieles mehr. Da habe ich mir inzwischen ein gutes Netzwerk aufgebaut, auf das ich zurückgreifen kann, denn niemand kann von einem Gemeinderat erwarten, dass er überall Bescheid weiß. Und spätestens bei unliebsamen Entscheidungen, die man treffen muss, wird einem klar, dass die Bürgerinnen und Bürger nicht immer mit dem zufrieden sind, was man tut. Dann muss man Rückgrat beweisen und auch mal aushalten, dass man mehr oder weniger deutlich kritisiert wird. Wer nur gelobt werden will, sollte die Finger von der Kommunalpolitik lassen. Die Verantwortung, die jeder einzelne Kommunalpolitiker trägt, ist hoch und der Aufwand auch, wenn man das Amt ernst nimmt. Man ist oft unterwegs auf Ortsterminen, auf Festen, nimmt an unzähligen Sitzungen teil, muss sich schlau machen in Bereichen, über die man wenig weiß.

 

  • Mit MdL Herbert Woerlein und Agnes Marz in Oberschöneberg.
    Mit MdL Herbert Woerlein und Agnes Marz in Oberschöneberg.

    Im Landkreis Augsburg bin ich Kreisrätin. Ich vertrete meine Fraktion unter anderem als Mitglied im Umwelt- und Energieausschuss, im Ausschuss für Personal, EDV und Organisation und bin ehrenamtliches Mitglied im Verwaltungsrat der Messe. Im Kreistag muss ich den ganzen Landkreis, den drittgrößten in Bayern, im Blick haben. Freilich steht für mich der westliche Landkreis im Vordergrund, aber mit Kirchturmdenken kommt man in diesem flächenmäßig großen Landkreis nicht weit. Auch hier ist eine gute Vorbereitung und die Einarbeitung in alle wichtigen Themengebiete Voraussetzung für gute Arbeit. Schulen, Finanzen, öffentlicher Personennahverkehr, Stärkung des ländlichen Raumes und der städtischen Strukturen, erneuerbare Energien, Kultur, Klinikum, Messe –  die Themenvielfalt wird nicht kleiner, im Gegenteil. Die Verantwortung wächst und genauso wie im Gemeinderat gibt es auch hier keine Enthaltung bei Abstimmungen. Und das ist gut so. Ich muss mich entscheiden, ich muss die Verantwortung tragen und muss zu dem stehen, was ich tue. Das ist nicht immer leicht, oftmals gibt es gute Argumente für ein Ja und genauso gute Argumente für ein Nein.

  • In der BayernSPD bin ich Landesvorstands- und Präsidiumsmitglied. Eine Partei braucht eine Richtung, eine Haltung und handelt nach ihren Werte-Vorstellungen. Das sieht man bei den großen Themen wie Asyl, Freihandelsabkommen, Kriegseinsatz deutlich. Wie sich die Partei positioniert, wie sie ihre Wahlkämpfe inhaltlich führt und „werbetechnisch“ den  Bürgern vermittelt, für was sie ihr Geld ausgibt, wer als hauptamtlicher Mitarbeiter eingestellt wird, was in Leitanträgen steht – solche grundlegenden Entscheidungen treffen Landesvorstand und Präsidium.

 

Warum machen Sie das eigentlich?

Eine Frage, die leicht zu beantworten ist: Mir geht es gut und ich will, dass es auch meinen Mitbürgerinnen und Mitbürgern gut geht. Deshalb bin ich aktiv in der SPD. Die Grundwerte – Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität – sind mir wichtig und daran richte ich auch meine politische Arbeit aus. Es geht mir nicht nur um kurzfristige Erfolge, man muss sich schon gut überlegen, was die langfristigen Folgen des eigenen Handelns sind. Das kann man nicht immer einschätzen, doch muss man es versuchen. Man muss Ideen haben, hinter dem stehen, was man tut (oder nicht tut), man muss auch unbequeme Entscheidungen treffen und am Ende immer die Konsequenzen tragen, egal, ob positive oder negative.

Es gibt einen bestimmten Punkt im Leben, an dem muss man aufstehen und sagen: „Ja, genau das will und muss ich tun!“ (Branford Marsalis). Das spüre ich immer mal wieder und ich weiß genau, dass Politik das ist, was ich tun will!

Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut. (Laotse). Wer nur zuschaut und vielleicht gescheit daherredet, aber keine Verantwortung übernimmt, der muss auch für die Folgen geradestehen, ob er will oder nicht.

 

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