Keine Umgehung!

10. November 2017: Das war eine spannende Gemeinderatssitzung, in der es um die Umgehungsstraße für Dinkelscherben ging. Aber so, wie sich das die Mehrzahl der Gemeinderäte anfangs vorgestellt hatte, geht es eben nicht. Ob wir diese Umgehung wirklich brauchen, bezweifle ich. Wir müssen unsere Verkehrsprobleme im Ort anders lösen und zwar mit Blick auf alle Verkehrsteilnehmer, nicht nur die motorisierten, und klimaschonend planen sollten wir auch. Deshalb haben wir SPDler einen Antrag gestellt:

Ausarbeitung eines Konzeptes für die innerörtliche Verkehrsentwicklung

Antrag der SPD-Fraktion:

Das Planungsbüro Modus Consult Ulm GmbH wird beauftragt, Möglichkeiten einer innerörtlichen Verkehrsentlastung für Dinkelscherben unter besonderer Einbeziehung der nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmer zu erarbeiten.

Begründung:

Dass der Pkw- und Lkw-Verkehr in Dinkelscherben eine Belastung für unsere Bürgerinnen und Bürger darstellt, ist unbestritten. Das Planungsbüro Modus Consult hat dies auf einer Gemeinderatssitzung am 01.03.2016 mit Zahlen, Daten und Fakten bestätigt. Hierbei ist der SPD-Fraktion besonders der hohe Anteil des sogenannten Ziel- und Quellverkehrs aufgefallen. Bestätigt wurde das Verkehrsproblem nochmals beim Bürgerworkshop, der kürzlich im Rathaus stattgefunden hat.

Es ist an der Zeit, das Problem nicht nur mit Hilfe einer Umfahrung lösen zu wollen, sondern auch innerorts Maßnahmen zu ergreifen, die nicht punktuell betrachtet werden sollten, sondern mit Hilfe eines erfahrenen Verkehrsplaners gelöst werden müssen. Dabei ist nicht nur der Pkw- und Lkw- Verkehr und dessen Reduzierung zu betrachten, sondern es geht uns als Fraktion mehr um das Nebeneinander des motorisierten Verkehrs und der anderen Verkehrsteilnehmer (Fahrradfahrer, Fußgänger): Es geht uns um eine sichere und dabei klimaschonende Mobilität in jedem Alter und für jedes Fortbewegungsmittel!

Wer sich „ganzheitlich“ des Themas annehmen möchte, muss nach dem Vorbild der gerade eben durchgeführten Bürgerbeteiligung zur Innerortsentwicklung auch in diesem Fall die Bürgerinnen und Bürger einbeziehen, besonders Kinder und Jugendliche, Seniorinnen und Senioren und Menschen mit Behinderung. Es reicht unserer Meinung nach nicht aus, zwei Bedarfsampeln aufzustellen, die Vikari-Kreuzung zu einem überfahrbaren Kreisel umzubauen und Zone-30-Schilder aufzustellen. Das sind mögliche Ansätze, aber wir brauchen ein Konzept, das den gesamten Ort in den Fokus nimmt.