Anpacken im Westen

22. April 2017: Eine Pressemitteilung, die mir wichtig ist:

SPD-Ortsvereine im Westen packen gemeinsam an

Zwei Veranstaltungen zu Naturschutz und Kernkraft sind in Planung

Adelsried, Altenmünster, Diedorf, Dinkelscherben, Fischach, Gessertshausen, Horgau, Welden, Zusmarshausen – all diese Gemeinden liegen im Westen des Landkreises Augsburg und all diese Gemeinden haben einen SPD-Ortsverein. Sie eint ihre sozialdemokratische Gesinnung und die Erleichterung, dass es mit der SPD wieder aufwärts geht. Den Schwung, den Kanzlerkandidat Martin Schulz den Genossinnen und Genossen deutschlandweit beschert, wollen die neun Ortsvereine für ihre politische Arbeit nutzen.

Zum ersten Treffen hatten die beiden SPDlerinnen Annette Luckner und Anja Dördelmann Ortsvereinsvertreter eingeladen. Luckner ist seit vielen Jahren Dritte Bürgermeisterin in Dinkelscherben, sitzt im Augsburger Kreistag und hat einige Parteiämter inne. Dördelmann ist für „Bündnis Umwelt Horgau“  Gemeinderätin in Horgau und in einigen Vereinen engagiert, unter anderem organisiert sie über den Obst- und Gartenbauverein Rothtal den Bauernmarkt in Horgau. Beide kennen sich in der Kommunalpolitik gut aus und wollen Bürgerinnen und Bürger näher an die Gemeindepolitik heranführen, mehr Kontakt zu den Bürgern suchen und auch junge Menschen für Politik begeistern.

Luckner sorgt sich um die Zukunft ihrer Partei in ländlicheren Regionen: „Wir brauchen die SPD in der Fläche. Wenn es in kleinen Gemeinden keine SPD-Ortsvereine mehr gibt, dann gibt es irgendwann vielleicht auch keine SPD-Gemeinderäte mehr. Das darf uns nicht passieren. Dafür sind unsere sozialdemokratischen Grundwerte und unser Einsatz für soziale Gerechtigkeit viel zu wichtig.“

Dördelmann möchte ein offenes Ohr für die Menschen haben: „Politik muss von unten gestaltet werden und darf nicht von oben übergestülpt sein. Jeder kann sich am Geschehen beteiligen und Dinge, die einem am Herzen liegen, formen. Das ist gelebte Demokratie.“

Beim Treffen der Ortsvereine wurde schnell klar, dass es darum gehen muss sich gegenseitig zu stärken, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen und Schwerpunktthemen aus dem westlichen Landkreis aufzugreifen. „Es geht uns nicht um Parteipolitik, sondern um das, was vor Ort passiert“, erklärt Annette Luckner. Man wolle den Bürgerinnen und Bürgern zeigen, dass sie gehört werden, mitreden können, sich beteiligen können und dass am Ende auch etwas passiert und es nicht nur beim Reden bleibt.

„Politik in der Kommune geht alle an, denn das, für was wir uns heute entscheiden und einsetzen, hat Auswirkungen auf unsere Kinder und Enkelkinder“, sagt Anja Dördelmann, „zuschauen, schimpfen und jammern hat keinerlei Auswirkung.“

Beim ersten Treffen haben sich die Ortsvereine auf zwei Themen geeinigt, die sie gemeinsam angehen wollen: Naturschutz und Atomenergie. Der SPD-Ortsverein Dinkelscherben wandert unter naturkundlicher Anleitung von Dr. Erik Mauch am Freitag, 19. Mai 2017, in der Zusam-Aue unterhalb von Wollbach bei Zusmarshausen. Beteiligt sind alle neun Ortsvereine aus dem westlichen Landkreis. Treffpunkt ist der Parkplatz an der Straße von Zusmarshausen nach Wertingen rechts nach dem Abzweig Wollbach um 17.00 Uhr. Die Exkursion dauert etwa eineinhalb Stunden, festes Schuhwerk ist erforderlich. Im Anschluss treffen sich die Wanderer mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Herbert Woerlein im Landgasthof Demharter in Wörleschwang. Woerlein bearbeitet im Landtag Fragen des Natur- und Tierschutzes. Weitere Auskünfte sind unter der Telefonnummer 08292-2212 möglich.

Zweites Thema wird das Kernkraftwerk Gundremmingen sein. Es liegt in Sichtweite zu Holzwinkel, Stauden und Reischenau. Je nach Wetterlage ist eine weiße Wasserdampfsäule am Himmel zu sehen, die Fahrzeit mit dem Auto beträgt 20 bis 30 Minuten. Störfälle gibt es öfter, danach flammen immer wieder Diskussionen auf. Dass erneuerbare Energien den Atomstrom überflüssig machen, steht außer Frage. Doch wie geht es mit dem Kernkraftwerk weiter und vor allem zu Ende? Wer sich auf der Internetseite des Betreibers umsieht, stößt schnell auf einen „Ratgeber für die Bevölkerung“. „Ganz ehrlich, Jodtabletten, die ich mir irgendwo holen soll, wenn was passiert, solche Ratschläge beruhigen mich nicht wirklich“, erklärt Annette Luckner. Deshalb planen die neun Kommunen im Westen eine Veranstaltung zu Gundremmingen und seinem Atomkraftwerk noch vor den Sommerferien.