Wir ziehen an einem Strang

13. November 2016: Am Ende des Reihungsparteitags der SchwabenSPD in Neu-Ulm hat jeder Teilnehmer eine rote Paketschnur bekommen. „Wir ziehen an einem Strang“ soll diese Schnur symbolisieren. Unser Bezirksvorsitzender Linus Förster hat eine motivierende Rede gehalten und so werden wir im Bundestagswahlkampf tatsächlich alle zusammen an einem Strang ziehen! Alle, das sind die KandidatInnen Ulrike Bahr, Katharina Schrader, Karl-Heinz Brunner, Christoph Schmid , Herbert Woerlein und Pascal Lechler (jeweils in der gewählten Reihenfolge) und alle Genossinnen und Genossen. Mit eingespielten Grußbotschaften, Fotoaktionen und einer Unterschriftenwand war es ein rundum gelungener Parteitag. So konnte ich mit einem guten Gefühl ins Wochenende gehen. Jetzt sitze ich am Schreibtisch und mir ist immer noch ein bisschen kalt, weil ich gestern und heute dreimal an Gedenkveranstaltungen zum Volkstrauertag teilgenommen habe, in Grünenbaindt, Ried und Breitenbronn. Mein Rede:

Sehr geehrter Herr Pfarrer, sehr geehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger,

in meiner Jugend gab es den Spruch: „Stell Dir vor es ist Krieg und keiner geht hin“. Bis heute ist diese Vorstellung nicht in Erfüllung gegangen. Irgendwo auf dieser Welt ist immer Krieg. Und immer wieder sind auch deutsche Soldaten in Kriege geschickt worden, bis zum heutigen Tag. Darum ist der Volkstrauertag so wichtig. Zum Gedenken an die, die im Krieg ihr Leben lassen mussten, zum Gedenken an die, die vermisst sind, die fliehen mussten aus ihrer Heimat, zum Gedenken an die Hinterbliebenen, die mit dem schweren Schicksal fertig werden müssen.

Viele Namen stehen hier auf diesem Kriegerdenkmal, dahinter Gesichter, oft viel zu junge Gesichter, aber auch Familien, die einen Vater, Bruder, einfach einen lieben Menschen verloren haben. Eigentlich sollte man die Namen vorlesen – jeden einzelnen, als Mahnung für sinnloses Sterben, großes Elend und als Zeichen, dass wir sie nie vergessen werden. Sie haben sich für unser Land geopfert, haben ihr Leben verloren und mahnen uns, immer für Frieden und Versöhnung einzutreten.

Der Monat November hat viele Totengedenktage: Allerheiligen, Allerseelen,  Totensonntag und eben auch den Volkstrauertag. Er gilt besonders den Opfern des Nationalsozialismus und der beiden Weltkriege. Seine Geschichte ist älter als die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.

1919 rief ihn der „Volksbund der Deutschen Kriegsgräberfürsorge“ ins Leben, weil die Menschen so erschüttert waren von den Schrecken des Ersten Weltkrieges. Der Volkstrauertag ist ein Tag des Innehaltens, des Erinnerns und des Mitgefühls. Es gilt, jeden Tag und alle Zeit friedliches Miteinander zu leben. Auch im Alltag, auch hier bei uns, kann jede und jeder etwas für den Frieden tun. Es kommt darauf an, Toleranz, Mitmenschlichkeit und solidarisches Miteinander zu üben. Gerade jetzt, wo es in Deutschland wieder starke rassistische Ansätze gibt, müssen wir uns daran erinnern und dürfen uns nicht mitreißen lassen!

Und weil unsere Vorfahren gelitten haben, im Krieg gefallen sind, vertrieben worden sind, in unserer Region aber Gott sei Dank eine neue Heimat gefunden haben, ist es auch unsere Pflicht, den heutigen Flüchtlingen eine neue Heimat zu geben, ihnen zu helfen, dass sie in Frieden leben können. Menschlichkeit, Nächstenliebe, Verantwortung, Toleranz – es gibt viele Gründe dafür.

Auch wir tragen Verantwortung für das, was in den Krisen- und Kriegsgebieten dieser Welt passiert, auch wir als Deutsche, als Europäer haben dazu beigetragen und können die Folgen nicht einfach ignorieren.

Wir haben das große Glück, seit über 70 Jahren in Frieden leben zu dürfen. Dies ist die längste Friedensperiode in der europäischen Geschichte, dieses Glück müssen wir bewahren. Vernunft muss siegen über Gewalt, Gerechtigkeit muss siegen über Egoismus, wir leben alle in einer einzigen Welt, alle Menschen sind gleich, alle Menschen sind gleich viel wert. Kriege sind keine Lösung für die Probleme der Menschheit. Das sieht man jeden Abend in den Nachrichten, das sieht man in grausamer Weise zum Beispiel in Syrien.

Mahatma Ghandi hat einmal gesagt „Was mit Gewalt erlangt worden ist, kann man nur mit Gewalt behalten“. Krieg ist keine Lösung – dass es nicht mehr so weit kommt, dafür tragen wir alle Verantwortung. Das müssen wir an nachfolgende Generationen weitergeben. Dazu gehören Zivilcourage und Mut, beides müssen wir haben und auch daran erinnert dieser Volkstrauertag.

Deshalb danke ich im Namen der Gemeinde und im Namen des ersten Bürgermeisters Edgar Kalb allen, die an diesem Volkstrauertag mitgewirkt haben und all denen, die daran teilgenommen haben.

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