Quecksilberalarm – seit 100 Jahren!?

2. November 2014: Holzpfosten wurden früher mit Quecksilberchlorid haltbarer gemacht, auch Bahnschwellen. Eine solche Firma war mal in Dinkelscherben neben dem Bahnhof ansässig. „Früher“ ist schon um die hundert Jahre her. Deshalb haben wir „heute“ – der Zeitraum ist auch schon ein paar Jahre lang – erhöhte Quecksilberwerte im Wasser. Jetzt – und damit ist auch tatsächlich „jetzt“ gemeint – wird am Bahnhof gebaut, der verseuchte Boden soll so bearbeitet werden, dass er kein Quecksilber mehr freigibt – nach hundert Jahren. Da wundere ich mich schon ein bisschen (Was ist in den 100 Jahren mit dem Quecksilber passiert?) und wir haben von der SPD-Fraktion im Gemeinderat deshalb einen Antrag gestellt, um genaueres zu erfahren. Genaueres erfahren würde ich gerne auch wegen der Asylbewerber, die ab Mitte November im Kreisjugendheim einziehen werden. Wie sieht ihre Betreuung aus? Das wird Heimleiter Michael Gruber alleine nicht schaffen. Wie lange bleiben sie? Wie viele verschiedene Nationalitäten werden kommen? Das Kreisjugendheim soll laut einer Pressemitteilung des Landratsamtes vier Monate für Asylbewerber zur Verfügung stehen – und dann? Ich glaube kaum, dass sich die Lage in vier Monaten großartig entspannen wird. Aber eines ist für mich klar: Die Entscheidung, die Asylbewerber bei uns in der Gemeinde unterzubringen, ist richtig! Das Kreisjugendheim ist dafür auf jeden Fall geeignet und rund hundert Menschen eine Perspektive zu geben, das kann unsere Gemeinde leisten. Nur dürfen die Kommunen nicht alleine gelassen werden. Was passiert denn, wenn die Asylbewerber anerkannt oder geduldet werden, weil sie in ihre Heimatländer nicht zurückkönnen? Wer kümmert sich dann um Unterkünfte, wenn sie aus den Asylbewerberheimen raus müssen, wer kümmert sich um Arbeit, Ausbildung, Deutschkurse? Viele Fragen, viele Probleme, aber wir müssen die Menschen aufnehmen, das ist unsere Pflicht!